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Sommerlager 2013

Sommerlager der DPSG St. Bartholomäus Wieblingen – zeltest du noch, oder evakuierst du schon?

 

An einem sommersonnigen Dienstag Nachmittag Ende Juli startete ein Vortrupp, in Sigmaringen die Zelte aufzuschlagen. Auf dem weitläufigen Gelände der Graf-Stauffenberg-Kaserne trafen sich rund 2500 Pfadfinder und hauchten für 10 Tage dem Diözesanlager Leben ein. Neben Pfadfinderstämmen der Diözese Freiburg waren auch aus Frankreich, Polen und Israel befreundete Gruppen angereist. Unter dem Motto „Scoutside2013 – gemeinsam die Welt gestalten“ teilten sich die Zeltbegeisterten in 5 Unterlager, die verschiedene Klimazonen widerspiegelten: Insel, Wüste, Polar, Urwald, Gebirge. Jeder Pfadfinderstamm hatte ein Projekt vorbereitet, an dem alle interessierten Mit-Scoutsider teilnehmen können sollten.

Die 36 Wieblinger Pfadfinder hatten sich für das Unterlager „Gebirge“ entschieden. Entsprechend alpin war die Dekoration unseres Zeltplatzes. Das Projekt: Barfußpfad. Unter seinen nackten Fußsohlen konnte man Leder, Rinde, Kork, Sand, Wasser, Verpackungsmaterial, Seil, Stoff und eine Gummimatte erspüren. Das Zelt schmückten wir mit Schneeschuhen, Grubenlampen und Kletterutensilien. Leinentücher, die wir im Vorfeld mit Alpenpanorama, Grubenschächten und Stolleneingängen bemalt hatten, rundeten den Eindruck ab.

Die ersten zwei Tage waren wir sehr damit beschäftigt, Schatten zu suchen auf dem baumfreien, vorübergehend von friedliebenden Pfadfindern besiedelten Panzerübungsplatz der Bundeswehr; die schwüle Hitze legte vor allem Mittags viele(s) lahm und als verheißungsvolles Ziel lockte uns das Freibad.

Der Hitze folgte keine angenehmere Abwechslung. Am frühen Samstag Abend informierte uns das Organisatoren-Team: Aufgrund einer Sturmwarnung wird der Platz evakuiert! Alle Teilnehmer sammelten sich (zum 1. Mal) in den großen Panzerhallen der Kaserne. Doch noch hatte uns das Gewitter großräumig umzogen.

Schon am nächsten Tag – dem Besuchertag mit vielen interessierten Gästen – hatten wir nicht so viel Glück. Urplötzlich brach es herein. Es stürmte los und starker Regen peitschte nieder. Der Wind hatte schon erste Zelte davon geweht. Gleich war klar: Ab in die Kaserne, ohne Umwege. Schnell. Jetzt! Weg von Zeltstangen, fliegenden Zelten, umstürzenden Toilettenhäuschen. Pitschnass, gegen den Wind an den Händen haltend erreichten wir im Laufschritt die Kaserne.

Glück im Unglück hatten die Zelter an diesem Tag. Es gab keine wirklich ernsthaft Verletzten und obwohl dicht gedrängt in den engen Panzerhallen verhielten sich alle besonnen. Bald wurden Kekse, Getränke und Rettungsdecken der Bundeswehr an die Hungrigen und Frierenden verteilt. Nach einigen Stunden kam die Sonne wieder heraus und wir konnten das Ausmaß der Verwüstung begutachten. Nicht wenige Gruppen waren durch die Schäden zum Abreisen gezwungen. Auch bei uns blieb kaum ein Zelt ohne Schaden und ein großer Teil musste als irreparabel aussortiert werden. Aber wir konnten mit einiger Improvisation das Lager wieder aufbauen und unsere durchnässten Tascheninhalte und Schlafsäcke in der Sommersonne trocknen.

Getroffen hat uns nur dieses eine Unwetter. Evakuiert wurde der Platz jedoch vier Mal innerhalb von vier Tagen. Mal waren wir besser, mal schlechter darauf vorbereitet. Zum Glück beruhigte sich die Wetterlage nach diesen turbulenten Tagen, so dass wir unser Lager unbeirrt fortsetzen konnten.

Wir sangen am Lagerfeuer, paddelten auf der Donau, gingen ins Schwimmbad, erkundeten Sigmaringen, fuhren in ein Freilichtmuseum und knüpften viele neue Bekanntschaften. 10 sehr erlebnisreiche Tage und aller Aufregung zum Trotz eine schöne Zeit lag hinter uns, als wir zuhause mit Kuchen und einer ersten Spende von den Eltern empfangen wurden, denen nochmals herzlich gedankt sei.

Unser herzlicher Dank gilt auch der EVKA-Theatergruppe für die freundliche und großzügige Spende, mit denen wir Ersatz für einige der beschädigten Zelte finanzieren können!

                                                                                                                                        

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