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Sommerlager 2014

Sommerlager 2014 – Moulin St. Benoit

 

Das Sommerlager führte die Wieblinger Pfadfinder den weiten Weg in die Normandie. Etwa eine halbe Autostunde hinter der Hauptstadt der Normandie, Caen, lag der Platz zwischen dem winzigen Hafenstädtchen Port-en-Bessin und Bayeux.

Die lange Fahrt sollte sich lohnen! Auf dem Gelände eines wunderschönen Hofes, hier und da einer der für die Region Calvados typischen Apfelbäume, schlugen wir nach 12 Stunden Fahrt die Zelte auf. Ringsrum eine malerische Landschaft mit Mais- und Kornfeldern, sanften Hügeln und einsamen, herrschaftlichen Anwesen.

Es war kaum zu übersehen, schon am ersten Tag wurde uns auf dem Weg zum Strand eindrücklich vor Augen geführt, an welchem historischen Landstrich wir uns hier befinden. Kaum in eine Richtung ließ es sich fahren, ohne durch Tafeln, historische Ausstellungsstücke oder Bauwerke an die Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg erinnert zu werden, die an der Küste rechts und links unseres Platzes vor genau 70 Jahren stattfand. Beinahe unversehrt sieht man da bei Longues-sur-Mer eine Beschussanlage, Teil des zur Verteidigung der Küste durch die Nationalsozialisten in wenigen Wochen aus dem Boden gestampften Atlantikwalls, ebenso wie die Reste des britischen Invasionshafens "Mulberry B", die noch immer in Sichtweite vor dem Strand von Arromanches aus dem Meer ragen und ein gewöhnungsbedürftiges Bild abgeben. Einige besuchten zudem den Klippenabschnitt Pointe-du-Hoc, wo tiefe Bombenkrater und schwer zerstörte Atlantikwall-Anlagen von der Heftigkeit der hier geführten Kämpfe zeugen. Welche Opfer diese Kämpfe auf allen Seiten gefordert haben, ließ sich zumindest in Ausschnitten bei den Besuchen auf dem Amerikanischen sowie dem Deutschen Soldatenfriedhof verstehen.

Natürlich reicht die Geschichte der Normandie noch wesentlich weiter zurück und wir nutzten einen regnerischen Tag, um die etwa 70 Meter des berühmten "Teppich von Bayeux" abzuschreiten. Das knapp 1000 Jahre alte Weltkulturerbe zeigt in gestickten Einzelbildern die Geschichte um Wilhelm den Eroberer und die Schlacht um Hastings.

Auch der Besuch in Caen ließ uns auf Wilhelms Spuren wandeln. Seine Burg lud zu einem Besuch und einem Rundgang auf den meterdicken Burgmauern ein. Außerdem die Kirche der Abbaye-aux-Hommes - einem ehemaligen Benediktinerkloster, das Wilhelm nach seiner vom Papst missbilligten Heirat baute, um Buße zu tun und den Vatikan zu besänftigen - und wir hatten Glück, zudem noch der Orgel lauschen zu dürfen.

Doch auch Bayeux hat eine wunderschöne Kathedrale zu bieten. Besonders verzaubert haben sie und der dahinter liegende "Freiheitsbaum" uns an einem der Lichtzauber-Abende: Nach Einbruch der Dunkelheit wurde die Kathedrale innen wie außen in Licht getaucht und mit hochmoderner Lichtarchitektur der gewaltige Baum bis in die unteren Äste farbenfroh beschienen. Ein echter Höhepunkt waren diese Videoinstallationen zu passender Musik, die märchenhaft die Menschen auf dem vollen Platz in den Bann zogen. Gleichfalls in Staunen versetzte uns der Strand des nächstgelegenen Hafenstädtchens Port-en-Bessin, wo die Ebbe die wohl beliebtesten Mitbringsel des Urlaubes preisgab: wo das Auge hinsah lagen wunderschöne, große Jakobsmuscheln, die nur darauf warteten, von uns eingesammelt, gesäubert und für Daheimgebliebene eingepackt zu werden.

Es sich kulinarisch in Frankreich gut gehen zu lassen ist natürlich nicht schwer. Neben Baguette, Käse und Crêpes wurde ein naher Bauernhof beliebtes Ziel für Spaziergänge zwischendrin, der aus eigener Milch und regionalen Produkten die köstlichsten Eiskreationen anbot.

Doch nach zwei Wochen am Lagerfeuer hieß es, die Zelte abbrechen und die lange Heimreise antreten - voll bunter Erinnerungen an ein schönes Sommerlager 2014 in der Normandie.

                                             

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