Stufenbericht

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Wölflinge

Wer wir sind und was wir machen, erfahrt Ihr am besten, wenn Ihr mit uns auf eine kurze Reise mit 10 Stationen geht:

1.) Jeden Tag eine gute Tat?

Kommt vor ... aber normalerweise treffen wir uns einmal pro Woche zur Gruppenstunde. Das ist nie langweilig - wir spielen, singen, basteln, sitzen einfach zusammen oder bereiten unsere nächsten Unternehmungen und Aktionen vor.

2.) Pfadfinder - ein Wanderverein?

Natürlich machen wir Lager und Fahrten, aber eben mit "Pfadfindertouch". Das heißt, wir lassen den Alltag zu Hause und gehen nur mit dem, was wir auf dem Rücken tragen können bzw. was unser Bus laden kann, raus in die Natur. In dieser Freiheit leben wir für eine Weile ohne Luxus, aber auch ohne die Zwänge, die wir sonst kennen.

3.) Was bringt das?

Wenn wir die technische Welt verlassen, wissen wir morgens noch nicht, was bis zum Abend passiert. Schwierige Situationen sind nicht nur eine Herausforderung, sondern oft der Anfang für unvergeßliche Erlebnisse. Mit der Einstellung, Schwierigkeiten nicht aus dem Weg zu gehen, sondern sie gemeinsam mit anderen zu meistern, beginnt das Abenteuer. Und zu wissen, daß die anderen hinter einem stehen, gibt uns den Mut unsere Grenzen zu überschreiten.

4.) Wer bestimmt?

Wir finden es wichtig, daß wir unsere Freizeit selber organisieren. Wir wählen einen Gruppensprecher, der die Verantwortung trägt und uns vertritt. Was wir machen, wird vorher in der Gruppe besprochen und dann gemeinsam beschlossen. Wenn wir Tips brauchen, können wir auf erfahrene Leute aus dem Stamm zurückgreifen.

5.) Was ist ein Stamm?

Unsere Pfadfindergruppen vor Ort nennen wir Stämme. Ein Stamm besteht aus mehreren kleinen Gruppen, die wir je nach Altersstufe als Meute, Sippe oder Kreis bezeichnen.

6.) Wozu eine Uniform?

Das Pfadfinderhemd und das Halstuch heißen bei uns Kluft. Sie ist keine Uniform, sondern ein persönliches Statement und zeigt - ähnlich wie das Trikot einer Fußballmannschaft - daß wir zur Gemeinschaft der Pfadfinderinnen und Pfadfinder gehören und mit ihnen unseren eigenen Weg gehen.

7.) Und die Pfadfinderregeln?

Baden-Powell, der Gründer der Pfadfinderbewegung, hat einmal gesagt, daß wir unsere Welt ein bisschen besser hinterlassen sollten, als wir sie vorgefunden haben. Daß das Spaß machen kann, erleben wir immer wieder aufs Neue. Wir sehen das Leben als großes Spiel, das wir nach den Pfadfinderregeln spielen. Diese Regeln sind keine Gesetze, sondern drücken unsere Lebenseinstellung aus. An sich selbst glauben und sich auf andere verlassen können - so erreichen wir unsere Ziele, bei den Pfadfindern und auch sonst im Leben.

8.) Pfadfinder - total altmodisch?

Das Neue, das Ungewisse, das Abenteuer ist heute genauso spannend wie früher. So gesehen sind wir aus Tradition offen für das Unbekannte - daß sich Jungen und Mädchen zutrauen, damit zurecht zu kommen, war vor einigen Jahrzehnten außergewöhnlich und ist heute immer noch nicht selbstverständlich.

9.) Pfadfinder - für wen ist das?

Bei uns finden und engagieren sich die unterschiedlichsten Leute. Jeder kann hier seine Fähigkeiten einbringen und weiterentwickeln. Wer Spaß daran hat, neue Freunde kennen zu lernen, um mit ihnen selbständig etwas auf die Beine zu stellen, ist bei uns genau richtig.

10.) Die Wölflingsstufe

Die Jüngsten, die "Wölflinge", sind zwischen 8 und 11 Jahren alt. Sie bilden Meuten mit 10 bis 30 Kindern. Spannende Spielideen liefert das Dschungelbuch von Rudyard Kipling. Wölflinge knüpfen Freundschaften, lernen, sich in die Gruppe zu integrieren und gestalten sie mit.

Ein Auszug aus Baden-Powells "The Wolf Cubs Handbook" erschienen 1917

Im Jahre 1907 wurde die große Bruderschaft der Pfadfinder geboren und sie entwickelte sich zu einem großen Spiel für Knaben... Einige Jahre gingen um. Da begann den Pfadfinderleitern aufzufallen, daß sich eine Menge kleinerer Jungen vor den Türen der Pfadfinderheime ansammelten und mit sehnsüchtigen Augen hineinschauten... Diese Jungen fragten die Leiter: "Dürfen wir auch Pfadfinder werden?" Darauf antworteten die Leiter: "Nein, ihr seid noch zu jung, macht, daß ihr fortkommt!" Aber sie ließen sich nicht fortschicken. Schließlich wandten sich die Pfadfinder an Baden-Powell und dieser meinte: "Gebt ihnen die Möglichkeit, sich auf die Pfadfinderstufe vorzubereiten! Sie sollen Wölfe (nach dem Dschungelbuch von Rudyard Kipling) werden, und faßt sie alle zusammen zu Meuten!"

Was sind Wölflinge?

Wölflinge heißen die 8 bis 11jährigen, die sich Namen und Begriffe für das Leben in der Meute, ihrer Gruppe, aus dem spannenden „Dschungelbuch" von Rudyard Kipling entliehen haben. Wie die Romanfigur Mowgli müssen sie lernen, sich in der Gruppe zurechtzufinden, die Regeln für das Gruppenleben zu beachten, Aufgaben für die Gruppe zu übernehmen und auf andere Rücksicht zu nehmen.

Wölflinge lernen zunächst in einer Gruppe mit gleichaltrigen harmonisch zusammen zu leben. Es gilt, sich in der neuen Situation zurecht zu finden und erste Freundschaften zu schließen.

Aber überwiegend bestimmen Spiel und Spaß das Gruppenleben. Wölflinge lieben wilde Spiele, Ausflüge und kleinere Lager, verkleiden sich gerne, können zum Basteln fast alles gebrauchen, verwenden alltägliche Gegenstände auf befremdliche Weise für nur ihnen nützlich erscheinende Zwecke ...

Es sind die jüngsten Pfadfinder. Das Zeichen der Wölflinge ist der Wolfskopf, den sie auf der Brusttasche unserer Kluft tragen. Ebenso das orangefarbene Halstuch.


Eine Wölflingsgruppe wird bei den Pfadfindern häufig "Meute" genannt. Je nach Gruppengröße stehen ein oder mehrere Gruppenleiter zur Verfügung, von denen wenigstens einer bereits volljährig ist. Spiel und Erlebnis stehen in dieser Altersstufe im Vordergrund.

In der Gemeinschaft erkundet die Gruppe ihr Umfeld, wird spielerisch an die Natur herangeführt. Das ist dann besonders wichtig, wenn es darum geht Erfahrungen zu sammeln und neue Dinge zu entdecken. In der Meute ist jeder für den anderen mitverantwortlich.

Die Wölflinge sollen langsam an die Selbständigkeit herangeführt werden. Sie sollen außerdem Verantwortungsbewußtsein entwickeln, denn nur so ist ein geregeltes Zusammenleben in einer großen Gruppe möglich.

Eine große Meute wird für gewöhnlich in einzelne sogenannte Rudel (Sippen) aufgeteilt. Das sind kleinere Gruppen mit etwa 6 Mitgliedern. Jedes Rudel wählt sich seinen "Leitwolf", der im gewissen Rahmen für sein Rudel verantwortlich ist. Er führt das Rudel bei Spielen in der Meute und er hilft Neulingen sich in der Meute zurecht zu finden. Wichtige Erfahrungen für eine weitere "Pfadfinderkarriere" und sein/ihr späteres Leben.

Was passiert in der Gruppenstunde:

Wie im Dschungelbuch das Menschenkind Mowgli und seine Tierfreunde erleben wir Wölflinge mit unserer Meute viele kleine und große Abenteuer:

Dazu treffen wir uns jede Woche zu den Gruppenstunden mit unserer Meute im Gemeindehaus in Wieblingen; Auch machen wir Wochenendausflüge und Zeltlager. Dabei lernen wir die Natur kennen, finden neue Freunde und machen Entdeckungen.

Die Gruppenstunde ist der regelmäßige Treffpunkt, die Zeit, die die Meute miteinander verbringt – von Lagern, Fahrten und Veranstaltungen einmal abgesehen.

In der Gruppenstunde wird gespielt, gesungen, getanzt, geredet, gestritten, gelacht, gebastelt, gearbeitet, gebaut, und gebalgt. Hier werden, begleitet durch das Leitungsteam, Ideen entwickelt und umgesetzt und pfadfinderische Werte vermittelt. Hier wird Gemeinschaft erlebt und Spaß gehabt.

Aber auch ein gemeinsames Wochenende kann Wunder wirken, weil die Gruppe mehr Zeit am Stück miteinander verbringen kann. Erst wenn sich alle ein bisschen besser kennen, können auch „größere Aufgaben“ in Angriff genommen werden. Was nicht heißt, daß eine Gruppe nicht auch durch Herausforderungen wachsen kann. Wichtig sind immer gemeinsame Erlebnisse, sie schweißen eine Gruppe zusammen. Gerade bei größeren Aktionen oder besonderen Erlebnissen (Lager oder Fahrt) sollten, wenn möglich, alle Kinder beteiligt sein. Je mehr die Gruppe im Laufe der Zeit zusammenwächst, um so mehr kann man einer Gruppe auch zutrauen. Wölflinge können und müssen Verantwortung übernehmen, um persönlich zu wachsen.

Schwerpunkte

"Verlaßt die Welt ein bißchen besser als Ihr sie vorgefunden habt!"

Diese Aufforderung des Gründers der Pfadfinderbewegung, Lord Robert Baden Powell, ist immer noch ein Leitwort für die Mitglieder der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG). Dabei fängt das Engagement für eine bessere Welt bereits zu Hause und im Kleinen an. Ob es um die Integration von geistig und körperlich Behinderten geht, den Schutz der Umwelt oder ein besseres Zusammenleben von Deutschen und Ausländern: Pfadfinder sehen sich in der Verantwortung, Hilfe und Solidarität in ihrer nächsten Umgebung zu leisten.

Völkerverständigung, interkulturelles Leben und der Einsatz für Weltoffenheit und Toleranz können die Pfadfinderinnen und Pfadfinder schon in der Wölflingsmeute üben: In den Gruppen der DPSG zeigen deutsche und ausländische Kinder und Jugendliche, wie ein friedliches Zusammenleben aussehen kann. Dabei lernen sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten ihrer Kulturen entdecken und erfahren, daß Fremde oder Unbekannte als Bereicherung.

Die Spielidee

Es ist überliefert, daß Baden-Powell die Grundlage für die Arbeit mit Jungen unbedingt mit einer Spielgeschichte verbinden wollte. Als er das "Dschungelbuch" von Rudyard Kipling las, den er aus seiner Militärzeit in Indien kannte, schien dieses Buch besonders als Grundlage für die Altersstufe der 8-11jährigen geeignet. Die Geschichten aus dem Dschungelbuch waren spannend und farbig geschrieben und die Tiere sind mit menschlichen Eigenschaften ausgestattet, die die Kinder aus ihrer Umwelt kannten.

Für die jüngeren Mädchen suchte er die Geschichte "The Brownies" von Juliane Horatia Ewing aus. "The Brownie" war der schelmische heimische Elf englischer Volkssagen, dessen Vorliebe es war, entnervten Hausfrauen unbehelligt gute Dienste zu erweisen. So, wie der immer hilfreiche Wicht sich gab, so war auch das Erziehungsmodell von Baden-Powell für die Mädchen gedacht: Das Leben in der freien Natur und die Vorbereitung auf ihre Rolle als Ehefrau und Mutter.

Das war damals.... Heute gibt es keine Unterschiede mehr zwischen Jungen und Mädchen. Bei den Wölflingen lernt jeder den Umgang mit dem Anderen. Gleichstellung und Akzeptanz wird bei uns groß geschrieben.

Der Wölflingsgruß:

Besonderer Gruß unter Wölflingsmeuten. Ähnlich dem Pfadfindergruß mit dem Unterschied, daß nicht drei sondern nur zwei Finger der rechten Hand zu einem V gespreizt werden. Damit sind die gespitzten und aufmerksamen Wolfsohren gemeint. Ringfinger und kleiner Finger werden vom Daumen niedergedrückt (der Starke schützt den Schwachen).